Brauerei Hock, Alzenau

"Die Prüfungskommission des Vereins der bürgerlichen Bier-Brauer der Königlich Bayerischen Kreis-Hauptstadt Würzburg beurkundet hiermit, dass der Bürger und Bierbrauergeselle Nikolaus Sittinger, gebürtig von Dettingen, ansässig in Alzenau, seines Gewerbes im Bierbrauen von dem hiesigen Stadt-Magistrate zur Erprobung seiner Gewerbsfähigkeit unterm 5ten März admittirt und bei der heute mit ihm vorgenommenen Prüfung zur selbständigen Ausübung des Gewerbes eines Bierbrauers vollkommen tüchtig befunden worden".

Mit dieser Bescheinigung von 1830 erlangte Nikolaus Sittinger das Recht, das Wirtshaus "Zur Goldenen Krone" betreiben zu dürfen. Sittinger begann 1833 mit dem Bierbrauen, nachdem er zuvor Haus, Scheuer und Hof mit der radizierten Gastwirtschaft "Zur Krone" von Melchior Kronenberger für 1600 Gulden gekauft hatte. 1848 riss er sämtliche Gebäude ab und errichtete für die stattliche Summe von 11.000 Gulden ein vollkommen neues Gasthaus und ebenso ein Brauhaus. Schon 1796 hatte Kurfürst Friedrich Karl Joseph "auf ewige Zeiten" für das "Krone"-Anwesen das Gewerberecht verliehen.

Von dem Sohn des Nikolaus Sittinger, Christoph, ging das Anwesen auf den Schwiegersohn Johann Hock über. Von nun an nannte sich die "Goldene Krone" "Hocks Brauerei und Hocks Wirtschaft". Die Brauerei muss recht gut eingerichtet und nicht so klein gewesen sein, hatte sie doch eine Sudpfanne mit 40 hl Ausschlagvolumen.

Die Wirtschaft wurde 1920 verpachtet, der Braubetrieb 1923 eingestellt. Mit Kaufvertrag vom 23. Februar 1923 - also mitten in der Inflation - übernahm die Steinbräu in Alzenau das gesamte Inventar, sämtliche Roh- und Hilfsstoffe und Fertigfabrikate zum Preis von 6.100.000 Mark. Monatlich waren mindestens 100.000 Mark zurückzuzahlen. Der Biervorrat betrug zu diesem Zeitpunkt noch 120 hl.

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