Brauerei Franz Sachs, Amorbach

Wann Franz Sachs mit dem Bierbrauen angefangen hat, ist nicht ganz sicher. Vermutlich dürfte es 1842 gewesen sein. Denn erste Aufzeichnungen von ihm über Einnahmen von Malz und Bier stammen von 1843. Von 1844 bis 1847 datieren Einnahmen pro Fass und Mass. Von 1867 bis 1884 werden Einnahmen und Ausgaben, aus "beiden Hopfen Gärten erziehlt", verzeichnet. Sachs hat also das zum Bierherstellen benötigte Malz und den Hopfen selbst angebaut bzw. hergestellt und den Überschuss wahrscheinlich verkauft.

Der Felsenkeller, der zum Lagern des Bieres nötig war, lag auf Kirchzeller Gemarkung und wurde 1875 vergrößert. Im gleichen Jahr wurde auch ein neuer Braukessel angeschafft und in den Jahren 1880 bis 1884 wurden einige Gerätschaften installiert, so u.a. ein eisernes Kühlschiff, ein Maischbottich und eine Malzdarre. Die Brauerei Sachs scheint trotz der erheblichen Investitionen in der Hauptsache nur für den eigenen Bedarf gebraut zu haben. Sie ist auch nicht verzeichnet in der Liste der "Exporteure", also der Hersteller, die nach auswärts geliefert haben.

Bekannt sind uns die folgenden Produktionszahlen:

1882 wurden 13 Sude hergestellt, 1883 zehn, 1884 elf und 1885 waren es nur sechs Sude. Die benötigte Hefe bezog Sachs meistens von der Löwenbrauerei in Miltenberg, manchmal war es auch eigene Hefe, die er dann entsprechend lang aufheben musste.

Die Brauerei befand sich in der hinteren Scheune der Ballmannsmühle am Mühlrain. Zwischen dem Kino (ehemalige Zehntscheuer) und dem Gasthof "Engel" besaß die Familie Sachs ein Anwesen, welches damals als Bier- und Lagerkeller diente. Das ausgereifte Bier wurde vom Felsenkeller in Kirchzell nach Amorbach gefahren und in obigem Anwesen in Transportfässer gefüllt und gelagert.

Neben dem Gasthaus "Stern" betrieb die Familie Sachs noch die "Sachsenhalle" mit Kegelbahn.

Der Besitznachfolger von Franz Ignaz Sachs, der 1885 verstarb, war sein Sohn Franz Otto. Dieser machte aber erst 1893 in Augsburg seinen Braumeister. In der Zwischenzeit führten seine Mutter und die Geschwister die Geschäfte. Franz Otto starb allerdings bereits 1900 im Alter von nur 30 Jahren. Bald nach seinem Tod wurden der Braubetrieb eingestellt und die Gebäude verkauft.

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