Brauerei Geiger, Aschaffenburg

Das Grundstück Rossmarkt 19 wird bis in das 16. Jahrhundert den Herren von Wasen zugeschrieben. Es gelangte danach in erzbischöflichen Besitz unter Kurfürst Johann Schweikard von Kronberg. Der Erzbischof ließ auf seinem neu erworbenen Grundstück ein "kurfürstliches Jagdhaus" erbauen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beherbergte dieses Schlösschen das Landgericht.

Als Bierbrauerei wird das Gebäude erstmals 1856 erwähnt, jedenfalls in den greifbaren Quellen: Die Schildgerechtigkeit vom "Römischen Kaiser" in der Strickergasse wird nach dem Rossmarkt 19 transferiert. Inhaber des Betriebs war zu diesem Zeitpunkt der Gastwirt und Posthalter Heinrich Müller (1791-1869), verehelicht mit Anna Marie, geb. Gutjahr (1789-1827). Später, in welchem Jahr ist nicht bekannt, vielleicht nach dem Tode Müllers 1869, übernahm der Bierbrauer Nikolaus Geiger, geb. 1850, das Geschäft. Geiger stellte als neuer Besitzer 1881 das Gesuch zur Bürger-annahme, was ihm auch bald gewährt wurde, ebenso drei Jahre später die Eheerlaubnis mit Theresia Anna Maria Will (geb. 1867). Bis 1909 behielten die Geigers den Betrieb. Um die Jahrhundertwende wird immer nur von Theresia Geigers Brauerei gesprochen, was auf einen frühen Tod ihres Mannes hinweisen könnte. Dann verkaufte sie die ganze Liegenschaft an Philipp Schwind, Eigentümer der unmittelbar angrenzenden Heylands-Brauerei. Die Brauerei Geiger wurde stillgelegt.

Über die Brauerei selbst wissen wir leider gar nichts, weder über die Entwicklung, den Umsatz, noch die Bierproduktion. Es ist zu vermuten, dass Geiger nur für den eigenen Bedarf braute.

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