Eder, Großostheim

Der Ursprung der Eder-Brauerei liegt in der Brauerei "Zum Ochsen", deren Alter sich allerdings nicht mit Sicherheit feststellen lässt.

Im Jahre 1737 wird Hans Peter Hock als Ochsenwirt erwähnt und um 1776 folgte ihm sein Sohn Philipp. Beide dienten auch als Hauptleute bei der Bachgauer Centkompanie. Sicherlich hat schon Philipp Hock Bier gebraut, denn 1779 sollte eine Judenschule "neben dem Philipp Hocken Brauhaus" gebaut werden. Da diese Feststellung in die anfängliche Besitzzeit des Philipp Hock fällt, ist wahrscheinlich, dass sein Vater auch schon Bier herstellte.

Nach Philipp Hock folgte um 1802 sein Sohn Michael. Aus einer Einwohnerliste von 1818 ergibt sich, dass Michael Hock einen Sohn und zwei Töchter hatte und das Geschäft mit einem Gehilfen betrieb.

Nach seinem Tod führte die Witwe das Geschäft weiter. Nach deren Ableben gingen Brauerei und Wirtschaft auf seine drei Kinder über. Im Jahre 1866 war die Brauerei noch in Betrieb, denn sie wurde zur Lieferung der von den Preußen angeforderten Biermenge von insgesamt 30.000 Maß herangezogen.

Danach scheint der Betrieb einige Zeit geruht zu haben, bis Wirtschaft und Brauerei um 26.000 Gulden an den Bierbrauer Johann Friedrich Eder aus Brühl bei Schwetzingen verkauft wurden.

Eder errichtete 1901 an der Aschaffenburger Straße eine neue Brauerei. Daraufhin wurde der Braubetrieb im "Ochsen" eingestellt. Kernstück des Neubaus waren das Sudhaus, das Kesselhaus und das Maschinenhaus. Das Sudhaus wurde hinsichtlich der Kapazität weitblickend ausgelegt und schon damals mit einer dampfbeheizten Pfanne eingerichtet.

Die Brauerei Eder hatte 1901 einen Bierausstoß von 5.700 hl. Das Sudwerk war groß genug, um auch noch im Jahre 1954 einen Ausstoß von 48.700 hl zu verkraften. Die Malzschüttung betrug 1.600 kg. Pro Tag konnten zwei Sude hergestellt werden.

Nach dem Tod von Johann Friedrich Eder im Jahre 1923 führten seine Söhne Oskar und Jakob unter dem Namen "Friedrich Eder Bergbrauerei Großostheim" das Unternehmen weiter. Nach der Inflation und besonders in den letzten Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg verzeichnete die Brauerei einen beträchtlichen Aufstieg. Dank modernster technischer Einrichtung war sie in der Lage rationell zu produzieren. So setzte sie 1939 mit ca. 50 Arbeitern und Angestellten bereits rund 35.000 hl Bier um. Die Errichtung eines neuen, noch leistungsfähigeren Sudhauses scheiterte am Zweiten Weltkrieg.

1945 trat Fritz Eder in die Geschäftsleitung ein. Auf den 1947 verstorbenen Oskar Eder folgte 1950 dessen gleichnamiger Sohn. Nach der Währungsreform 1948 setzte ein rascher Aufschwung ein. Schon 1954 wurde der Vorkriegsausstoß mit 48.700 hl bei weitem überschritten. Ein großzügiger Sudhausneubau war dringend erforderlich und wurde 1955/56 durchgeführt.

Die Kapazität konnte damit auf 200.000 hl gesteigert werden. 1959 erfolgte eine 50 %-ige Beteiligung an der "Schwanenbrauerei" Großostheim. Die restlichen Anteile konnten 1979 erworben werden. Vier Jahre später erwarb man die "Bavaria-Brauerei" in Aschaffenburg.

Bereits 1969/70 erfolgte eine Kapazitätserweiterung auf 400.000 hl. Die rasante Ausstoßentwicklung erzwang bereits sieben Jahre später die Errichtung eines neuen Sudhauses und eines Gärkellers mit 20.000 hl Fassungsvermögen. Die Produktionskapazität wurde damit auf 800.000 hl angehoben.

Mit dem Eintritt von Friedbert Eder 1985 und Ev Eder-Widmann übernahm die vierte Generation die Betriebsleitung. 1991 erfolgte die Übernahme der geschäftlichen Aktivitäten der Schlossbrauerei Thüngen. Mit dem Erwerb der Anteile der Heylands-Brauerei in Aschaffenburg und der Ende 2000 vollzogenen Verschmelzung der beiden Brauereien zur "Eder & Heylands-Brauerei GmbH & Co KG" stellte man die Weichen für eine gesicherte Zukunft.

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